Mar 20 2008

Testbericht Iomega Rev Drive als Backup Medium

veröffentlicht in Kategorie Computer  

Iomega ist kein Newcomer im Bereich der Wechselspeichermedien, angefangen mit den Iomega ZIP und dann den Iomega Jazz Laufwerken (externe Festplattenwechselmedien) konnte sich Iomega immer wieder gut behaupten. Aus dieser Tradition entstand das Iomega REV Laufwerk, das wir nun mal genauer testen werden..

 

Die Iomega REV Laufwerke..

..sind ein Wechselfestplatten Laufwerke, die in internen (SCSI, UltraIDE oder SATA) bzw. in externen  (USB2, Firewire) Versionen angeboten wird.  Die externen Laufwerke sind relativ kompakt und werden mit einem Mehrfachsteckdosen-freundlichen Netzteil ausgeliefert, die internen Versionen kommen als 3,5″ Laufwerke daher (in den Retail Versionen inkl. Montagezubehör und 5.25″ Blende,  als Bulk Version ohne alles dafür etwas günstiger).

 

Iomega REV Medien

Als Wechselmedium konzipiert wird ein handliches 2,5″ Festplattenmodul (mit 4800 RPM) genutzt, das je nach Modell des Laufwerks derzeit in den 2 Größen 35GB oder 70GB  (jeweils unkomprimiert!) angeboten wird.  Softwarekompression kann diese Speicherkapazität noch weiter vergrößern. Iomega gibt die Kapazität bei Verwendung von Kompression mit übertrieben optimistischen 90 GB (für das 35GB Medium ) bzw. 140GB (für das 70GB Medium) an. Realistische Werte aus unserer Praxis kommen so auf ca 50GB beim 35GB Medium raus. Das Laufwerk selber bietet übrigens keine Kompression, Kompression ist immer Sache der verwendeten Software und geht damit auch auf die Performance des Hostrechners während des Backups.

Der Trick der Rev Medien ist folgender: es handelt sich genau genommen um “halbe” Festplatten, Antrieb befindet sich im Modul, der Lesekopf im Laufwerk, ein Klappenmechanismus im Medium mit Staubfilter und Reinigungsfunktion öffnet sich für die Leseköpfe des Laufwerks. Durch Staubfilter und Reinigungssystem wird das Medium stets staubfrei gehalten, inkl. Luftfilter. Softwareseitig kümmerte sich eine ECC Fehlerkorrektur um die Konsistenz der Daten. Einzige Vorsichtsmaßnahme: Medien immer komplett ins Laufwerk schieben, oder komplett auswerfen und nicht so halb eingeschoben im Laufwerk stecken lassen. Und denKlappenmechanismus tunlichst nicht mit den Figern öffnen, das ist kein Spielzeug.

Die REV Medien sind stabil, beschriftbar, zum Schutz während der Lagerung/Transport in von Tape Bändern bekannten Plastikboxen verpackt und verschwinden problemlos in der Hemdtasche. Abmessungen des 35GB Moduls ca: 8cm x 8cm x 1.5cm bei 75 Gramm Gewicht.

Die Medien sollen bei Normalbedingungen gelagert laut Iomega mindestens 30 Jahre halten. MTBF im Betrieb entspricht lt. Aussagen von Iomega der MTBF normaler Festplatten. Was auch immer diese Aussage Wert ist.

Das 70GB Laufwerk ist abwärtskompatibel mit den 35 GB Medien, andersrum leider nicht, das 35GB Laufwerk kann die 70GB Module nicht nutzen.

 

Transfergeschwindigkeit USB2.0 Variante

Bei dem  von uns genutzten 35GB USB2 Modell sind Geschwindigkeiten in der Größenordnung um 20MB/Sek beim Transfer großer Dateien durchaus machbar, kopiert man viele tausend MiniDateien fällt dies jedoch schon mal auf 5-6 MB/sek ab. Die Performance Werte entsprechen im Großen und ganzen der Performance normaler USB2 Festplatten. Interne Varianten bzw. die größere 70GB Version könnte hier noch weitere Geschwindigkeitssteigerungen bringen, ich kann das allerdings mangels Testexemplare nicht testen.

 

Funktion in Windows

Mit Hilfe eines modifizierten UDF Treibers wird das Rev Drive in Windows Vista (ich hab nur 32bit getestet) problemlos angesprochen und kann dort wie ein ganz normales Laufwerk genutzt werden. Sei es zum Archivieren von Dateien oder für den schnellen Datenaustausch “offline”. Ohne installierten UDF Treiber ist ein Zugriff nur eingeschränkt möglich.  Übrigens: REV Platten sind bootfähig, wenn der PC  das Booten von USB Laufwerken ermöglicht.

Prinzipiell könnte man es also als ganz normale Wechselfestplatte nutzen, aber der besondere Kick ist der Einsatz als Backup Medium für Imaging Software wie z.b. Vistas eigener Imaging bzw. Backup Software, Norton Ghost oder auch O&O Disk Image. Selbstverständlich auch für alle anderen Backupprogramme, sei es nun aus dem Kommerz- oder Shareware Sektor. Mit 35 GB Kapazität (unkomprimiert) langt ein REV für die Sicherung unserer Systempartitionen als Image hier noch gut aus, vor allem, wenn das System ordentlich gepflegt wurde.

Preise

Das 35GB Laufwerk mit 1 Medium schlägt mit mindestens 285,- Euro zu Buche (intern, SATA), Externe Laufwerke sind etwas teurer und kosten mit 1 Medium ca. 300,- Euro. Jedes weitere 35 GB Medium kostet ca. 50 Euro, ein 5er Pack 35GB Medien kostet 200,- Euro. Die mitgelieferte Iomega Backup Software ist etwas dürftig aber funktionell. Interessanter sind die zahlreichen Bundles mit professioneller Backupsoftware, die es neben den bereits eingangs erwähnten Laufwerksvarianten auch noch angeboten werden.

Sehr gut gefällt uns z.b. das Bundle aus

  • Iomega Rev 35GB Laufwerk  USB2.0
    + die hervorragende Backup Software EMC Retrospect 7.5 “REV Edition”
    + 5 Medien 35 GB  
    zum  Preis von 420,- Euro z.b. bei T-Online-Shop.de

Ebenso interessant sind die bei Amazon.de erhältlichen Bundles wie z.b.

  • CA ARCserve r11.5 Standard inkl. Disaster Recovery Option + 2 Medien,
  • ServerBackup-Kit: CA Brightstor Arcserve Backup für MS SBS Premium Edition und 2 Medien.

 

Fazit

Ja, aufs Gigabyte umgerechnet ist ein REV Laufwerk und seine Medien um ein vielfaches teurer als eine externe USB Festplatte, welche den selben Zweck und vergleichbare Performance bringt. Aber eine rotierende Backupstrategie über 3 oder gar 5 Medien mit USB Festplatten erwies sich in der Praxis wesentlich unhandlicher als ein REV Laufwerk. Und von einer fortlaufender Archivierung von 10+ Medien mal ganz abgesehen. Und die kosten für EMC Retrospect, Arcserve, etc sollte man auch nicht vernachlässigen. Backups werden nur dann gemacht, wenn es relativ schmerzlos ist. Das Iomega Rev Laufwerk hilft dabei.

Ich hab REV Laufwerke nun bei 3 Kunden (Selbständige und Kleinstbetriebe) installiert, auch dort hat sich das Prozedere bislang bewährt (“Freitag bitte neues Medium reinstecken!”). Zum ersten Mal hat sich der Versuch, eine Backupstrategie dort zu etablieren erfolgreich umsetzen lassen.

Von mir gibts daher ein ganz klares Ja!

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