Mar 19 2008

O&O Softwares Disk Image v2 Pro

veröffentlicht in Kategorie Computer  

Nachdem mich Acronis ja maßlos enttäuscht hatte, hab ich mich mal nach weiteren Alternativen umgesehen. O&O Software, welches mir aufgrund O&O Defrag noch in guter Erinnerung ist, hat ja inzwischen die 2. Versionen seiner Disk Image Software veröffentlicht. Bei Amazon gab’s die Software auf einer bootfähigen CD für 39,95 Euro inkl. 1 Jahr CA Anitivirus. O&O bietet 256bit AES Verschlüsselung, und kommt als native 32bit & 64bit Version und ist auf MultiCore CPUs optimiert. Es unterstützt dynamische Laufwerke, RAID und GPT Laufwerke. Als Backup Ziel gehen externe USB/Firewire/ESATA HDDs, Netzwerkplatten, Partitionen auf internen Platten. Ein direktes Brennen auf DVD ist nicht möglich, es muss immer zunächst auf eine HDD gesichert werden, von dort aus kann dann eine DVD gebrannt werden. O&O kann zumindest die Image Datei passend für das Brennen aufteilen – abschließend bietet es eine rudimentäre Brennfunktion zum eigentlichen Brennen.

Eine Testversion von O&O Disk Image v2 (30 Tage zeitlich begrenzt) mit vollem Funktionsumfang kann auf der O&O Software downgeloadet werden. Ausnahme: mit der Testversion kann eine Systempartition nicht wieder hergestellt werden, dazu braucht es die BootCD der Vollversion.

Im Gegensatz zu Acronis und deren Linux CD nutzt O&O eine Vista PE /Server 2003 Basis für seine Boot CD, dies hat den Vorteil, das man eventuell fehlende Laufwerks/Netzwerk Treiber sehr einfach von einem USB Stick oder ähnlichem nachladen kann. Der Nachteil jedoch ist, dass der Start von der Boot CD bestimmt 3 mal so lange dauert (ca. 5 Minuten inkl. RAID Treiber nachladen). Während der RAID Controller meines Amilo XI2550 von Acronis TrueImage 10 direkt erkannt wird (dafür leider die Lan Karte nicht), erkennt O&O zwar das LAN, nicht jedoch den RAID Controller. Unterschied: den RAID Treiber konnte ich in O&O nachladen, bei Acronis muss eine USB HDD als Backup Medium herhalten – ich backupe sonst auf eine TeraStation im Gbit LAN. Acronis kann auf FTP sichern, das kann O&O nicht.

Das erstellen eines Images der Vista Systempartition im laufenden Betrieb war problemlos möglich, wenn auch nicht gerade berauschend schnell – das Image (60GB genutzt von 180 GB) wurde in ca 1.5 Stunden erledigt. Das Rückspielen der Vista Partition klappte mit Hilfe der Boot CD dann ebenfalls problemlos, das System war erfreulicherweise nach dem Restore voll funktionsfähig. (sollte man als Grundvoraussetzung ansehen, ist aber leider nicht immer der Fall – bei Acronis TrueImage Home 10 durfte ich zunächst den Boot Sektor reparieren). O&O kann Nicht-Systempartitionen während des Backupvorgangs exklusiv sperren, bei Systempartitionen geht dies natürlich nicht. Schreibvorgänge auf die gerade zu sichernde Partition werden gecached, der Platz dafür ist aber begrenzt. Ein wirklich konsistentes Image wird nur dann erstellt, wenn Schreibzugriffe während des Backupvorganges durch den Cache abgefangen werden konnte. Das heißt allerdings nicht, dass das Image andernfalls defekt wäre. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wie Acronis dieses Problem löst, denn Sinn macht diese Cache Geschichte wenn man mal drüber nachdenkt auf jeden Fall.

Negativ aufgefallen ist mir jedoch die Komprimierungsrate von O&O Disk Image V2 Pro. Während Acronis 10 das Image dieser Vista Partition auf 25 GB runter komprimieren konnte, wird das O&O Image am Ende dann knapp 39 GB groß. Gut gefallen hat mir jedoch die Möglichkeit, Dateien per Ausschlussfilter  vom Image auszuschließen.

Sicherlich bietet das überfrachtete Acronis Home viel mehr Funktionen, während O&O sich auf das wesentliche konzentriert: Images (auch Inkrementell) erstellen, inkl. Option für defekte Laufwerken – sowie das Clonen von Laufwerken.

Ich gebe es zu, ich finde Acronis Home gerade in der aktuellen Version hoffnungslos überfrachtet – deshalb wollte ich ja unbedingt Acronis TrueImage Echo Workstation nutzen, was leider unter Vista Home nicht möglich ist. O&O ist schlank und rank und hat genau die Funktionen, die ich nutzen möchte. 

Leider konnte ich bislang noch kein Support Forum für O&O Software finden, ein Vergleich, ob dort das selbe Desaster herrscht, wie im Acronis Forum ist mir leider nicht möglich. Allerdings ist mir eines klar: bei O&O wurde ich noch nie um mein Geld beschissen, bei Acronis leider schon. Ob sich O&O im Ernstfall bewährt, muss sich leider noch zeigen. Mehr als ein paar Tests konnte ich nun auch nicht machen – und wer weis wie es auf komplett andere Hardwareumgebungen reagiert. Im Moment bin ich jedoch mal recht zufrieden mit O&O Disk Image v2 Pro, hoffen wir, dass es so bleibt. Noch lieber wäre es mir allerdings, wenn der Ernstfall nie eintreten wird und ich mein Image niemals wirklich benötige…

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