Mar 08 2008

Aktuelle Backupstrategie für wenig Geld

veröffentlicht in Kategorie Computer  

 

Es ist mal wieder Zeit für ein FollowUp eines früheren Themas. Hier der erste Teil

 

Backups müssen regelmäßig angelegt werden, am besten in einem rotierenden System, so dass immer mehrere Exemplare der Sicherungskopien vorhanden sind.

Ja, klasse.  Wenn es nur nicht so eine fürchterlich zeitraubende Arbeit wäre jedesmal. Und dann noch die Frage, wo soll ich denn Bitte mein Backup hinmachen?

Backup auf Disketten oder auch auf Iomega ZIP Disketten sind inzwischen Mega-Out. Die meisten Computer haben heute nicht mal mehr ein Diskettenlaufwerk und das Wunderkind der 90er Iomega ZIP Laufwerk bietet heute auch schon lange nicht mehr genug Platz für ein Backup. Das kann man also getrost abhaken.

Die Festplatten heute haben inzwischen Kapazitäten von mehreren hundert Gigabyte, Will man eine Komplettsicherung seines aktuellen Vista Systems vornehmen, sollte man in Größenordnungen ab ca. 15 GB + eigene Dateien rechnen. Das übersteigt das Fassungsvermögen von DVD Rohlingen, selbst das von Dual Layer DVDs. Das beliebte Backupkonzept des Heimusers “Brennen wirs halt auf ne Disc, wird schon halten” hat also ebenfalls langsam aber sicher sein Ende erreicht.

Ein Backupmedium, das zu klein ist, wird auch nicht genutzt, denn es gibt nichts ätzenderes, als mitten in einem Backupjob, der oft Stunden dauert, die Discs wechseln zu müssen, damit es weitergehen kann. 

  • Backup auf DVD bzw. als etwas größere Alternative USB Sticks (die bis zu 8GB bezahlbar sind) ist nur für einzelne Dateien sinnvoll  – aber dafür ist es billig. DVD Brenner kosten heute kaum noch Geld, leere DVD+/-R bekommt man im Lebensmitteldiscounter nachgeworfen. (Übrigens Backup auf ein RW Medium halte ich für Kontraproduktiv, Sinn ist es, den Stand einzufrieren, so dass den Daten auch wirklich nix mehr passieren kann.). Mehrere Backups auf Vorrat zu halten, wenn auch nicht wortwörtlich im “rotierenden System” ist damit auf jeden Fall kostengünstig machbar. Leider sind DVD Rohlinge und auch USB Stick etwas anfällig gegenüber äusseren Einflüssen auch während der Lagerung, vor allem langfristig gesehen.
  • Festplatten sind heute vergleichsweise riesig und günstig in der Anschaffung. Eine 2. Festplatte im Rechner als Backupziel ist leider prinzipiell dem selben Risiko ausgesetzt, wie die Platte, die gesichert werden soll, ist also nicht wirklich ideal, aber besser als gar nix. Die große Speicherkapazität einer Festplatte erlaubt es mit Imaging Software, wie z.b. dem in Vista Ultimate mitgelieferten Imager, bzw. den Programmen wie Norton Ghost oder O&O Software Disc Image eine nach der Wiederherstellung komplett bootfähige 1:1 Kopie der Festplatte und allem, was darauf war, mit Kompression sogar mehrmals auf die Backupfestplatte anzulegen. Sicherer, allerdings auch eine Spur langsamerer, sind externe (USB2) Festplatten als Backup Laufwerk. Schließt man die nach erfolgten Backup in den Schrank, ist das schon mal ein großer Schritt nach vorne. Rotation ermöglicht man durch den Kauf mehrerer Festplatten. Die Geschwindigkeitseinbußen kann man durch Kauf von externen Festplatten mit dem neuen E-SATA Anschluß ausgleichen, wenn der PC schon mit E-SATA umgehen kann.
  • RAID als Backupstrategie? Der Verband mehrerer Festplatten zu einem RAID Festplattenarray kann ab RAID Level 1 (RAID 0 ausgenommen) das Risiko vor Datenverlusten minimieren. Aber RAID ist kein Backupverfahren, darauf kann man sich im Notfall nicht verlassen. Denn:  eine unbeabsichtigt geänderte Datei oder ein von einem Virus verseuchtes Programm, gelöschte Daten sind auch mit RAID im Zweifelsfall hinüber, da sich eine Änderung sofort auf alle im RAID beteiligten Platten auswirkt und man den alten Zustand nicht mehr wiederherstellen kann.
    Nutzt man allerdings eine externe Festplatte als Backupziel, die zusätzlich auch noch RAID beherrscht (wie z.b. die Buffalo DriveStation Laufwerke und viele andere), ist das sicherlich von Vorteil, aber der wesentliche Sicherheit bringende Teil ist die externe Festplatte, das RAID ist nur eine Zusatzversicherung.
  • Bandlaufwerke sind professionell und leider auch arg teuer. Opas alten QIC 80 Streamer kann man übrigens getrost ins Museum schicken, die heutigen Modelle sind wesentlich performanter geworden, aber der Preis ist immer noch KO Kriterium für die meisten von uns.

Für den kleinen Geldbeutel empfehle ich heute eine Kombination aus folgenden Komponenten: 2 Festplatten im heimischen PC und dazu mindestens 2 externe USB2-Festplatten, die idealerweise über RAID 1 Verfügen. Dazu eine Disk Imaging Software wie die oben erwähnten Programme Norton Ghost oder O&O. Nun erstelle man bitte in regelmäßigen Abständen eine Komplettsicherung (Image) seiner Festplatte auf die 2. Platte im PC, am besten Nachts, wenn niemand an dem PC arbeiten will. Die so erstellte Image Datei verschiebt man dann zeitnah abwechselnd auf eine der zwei externen Festplatten und verstaut die Platte dann wieder sicher, bis sie das nächste mal wieder an der Reihe ist. Ist genug Kapazität da, kann man ruhig die alten Images erst mal auf der Platte belassen – so hält man noch ältere Backups vor, für den Fall dass man mal noch auf eine noch ältere als die letzten 2 Sicherungen zurückgreifen will..

Natürlich könnte man auch gleich auf die externe Festplatte das Image erstellen lassen, aber das ist meist langsamer und wenn man vergisst, rechtzeitig vorher die Platte anzustöpseln, kann das Backup auch nicht starten.

 

Im nächsten Teil stelle ich mal kurz mein aktuelles Backupsystem vor, als Beispiel, wie man das noch weiter verfeinern kann und welche Überlegungen dazu geführt haben.

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One Response to “Aktuelle Backupstrategie für wenig Geld”

  1. […] mir bekannten programme die das “spanning” von directories ueber mehrere cd-r beherrschen sind: burn […]

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