Dec 22 2007

Harte Zeiten

veröffentlicht in Kategorie Hund  

Wir sind beide mal wieder krank. Also Herrchen und Frauchen – dem Hund geht’s gut. Irgendso eine dämliche Vireninfektion hat uns nun seit knapp einer Woche fest im Griff. Wir kriechen durchs Haus wie halbtote Zombies, rotzeln vor uns hin und überlegens uns, ob jemand schon am eigenen Schnodder ertrunken ist oder ob wir die Ersten sein werden. Schon die 10 Schritte zum Klo sind eine Qual. Draussen ist es mit -7°C lausig kalt.

Alles kein Problem, bleibt man halt zu Hause, knallt sich die Birne mit Chemie zu und hofft, erst dann wieder aufzuwachen, wenn die Schnodderseuche ihren Gang gegangen ist. Uhm, ja, Pfeiffendeckel!

Nun haben wir ihn, den Ernstfall im Leben eines stolzen Hundehalters. Alle krank und die Fellnase muss halt trotzdem seine 4 Mal am Tag nach draußen. Also schleppt man sich den Zaun entlang hangelnd zur örtlichen Hundetoilette am Ortsrand. Dort ist man erst mal so fertig, dass man etwas pausieren muss. Nix geht mehr, rien ne va plus.

Da greift man schomal aus Verzweiflung zum Auto, lädt den Hund in den Kombi und fährt die 100m. Laufen kann ich nimmer, aber zum fahren reicht’s noch. Am Ziel angekommen wird der Hund ausgewrungen und frisch geleert geht’s wieder ab nach Hause. 4 Stunden tot umfallen, dann beginnt das Spiel wieder von vorne.

Meine Idee, den Hund draußen auf dem Feld angekommen einfach von der Leine zu nehmen und ihn etwas laufen zu lassen, brachte den ersten größeren Familienstreit seit langem. Tjo. eigentlich hat sie ja Recht, es war riskant, unseren Dickkopf der einfach nicht Folgen will, so laufen zu lassen. Aber irgendwie muss er ja seine Energien auch irgendwie verbraten können. Und er war ganz brav und hat sich tierisch gefreut, die Erziehung nimmt Formen an. Und er hat mir leid getan, mit 2 Invaliden als Bremsklotz am anderen Ende der Leine.. und das seit ner Woche..

Manchmal frage ich mich, warum ich den Hund nicht einfach in unseren (umzäunten) Garten machen lasse. Scheiss (haha, ein Wortspiel!) auf die dämliche Nachbarin schräg gegenüber – außerdem ist es eh Winter. Aber nein, um des lieben Friedens willen.

Deswegen hatte man uns vor ein paar Jahren mit unserem krebskranken Wumpus, der die Strecke selber nicht mehr schaffte, ja schonmal die Polizeistreife geschickt. “Der Hund kackt in den Garten…” (*Unseren* umzäunten Garten wohlgemerkt!) “und die Kinder in der Nachbarschaft husten schon..”. Und für so ein dämlichen Schwachsinn rückt die Hundestaffel der Zolltruppe aus.  Wenn ich jemand gefressen habe, ist es diese Person.

Nun, was solls, langer Rede kurzer Sinn, in einer halben Stunde ist es Zeit für die nächste Runde. Wer sich einen Hund anschafft, sollte sowas auch im Hinterkopf halten: Es ist nicht immer Spass. Manchmal ist es echt hart, seinem Tier gerecht zu werden.

Und wenn er mir dann wieder übers Gesicht leckt und mich mit seinen braunen Augen anguggt, gehts mir schon wieder ein bissl besser.. :)

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