Aug 20 2007

Spontaner Festplattentod

veröffentlicht in Kategorie Computer  

Viele Jahre bin ich jetzt von Festplattendefekten verschont geblieben, gestern hat es mich doch auch mal wieder erwischt: Windows XP war auf einmal kreuz lahm – ein normaler Bootvorgang dauerte geschlagene 30 Minuten – und ein paar Programme funktionierten nicht mehr richtig. Nach etwas experimentieren, stellte sich heraus, dass ein paar Dateien defekt waren. Das legt die Vermutung nahe, ein Plattenproblem zu haben.

Zwar hatte ich noch ein halbwegs aktuelles TrueImage “Backup” der Platte sicher auf einer externen Platte, aber ganz so einfach wollte ich es mir doch nicht machen. Die Mission war: “rette die Platte ohne auf das Backup, welches sicher im Schrank wartete, zurückgreifen zu müssen.


Da chkdsk /f/R nicht nur Stunden brauchte, sondern grundsätzliche in Stage 4 den Rechner hinstellte, versuchte ich den Ausweg über eine parallele Installation von XP Pro auf die 2 HDD am 2. SATA Strang. Von dort aus wurde nun im abgesicherten Modus mit Eingabeaufforderung der chkdsk /f/R Vorgang problemlos ausgeführt. Warum von der primären Platte auch im abgesicherten Modus bzw. der Wiederherstellungskonsole chkdsk nicht ohne Absturz durchlief, ist mir immer noch ein Rätsel.
Das Resultat war ernüchternd: fehlerhafte Sektoren, bei jedem Durchgang ein paar mehr. Damit war ganz klar: das hat keine Zukunft mehr mit dieser Platte. (Die von chkdsk bemängelten Dateien sollte man sich für späteren Austauch mit fehlerfreien Versionen mal notieren.)

Also wieder über die kaputte C: Platte gebootet, immer noch tränend langsam, aber immerhin, Windows läuft noch. Nun schnell für alle Fälle ein weitere TrueImage Image erstellt, auch das meldete diverse fehlerhafte Sektoren, lief aber durch. Stunden hats zwar gedauert, aber das resultierende Image liess sich problemlos auf eine neue Platte zurückspielen. Hier hätte man die ganze Aktion schon abhaken können und dann die zerstörten Dateien (die man sich oben notiert hatte) ersetzen, aber ich wollte noch nen Schritt weiter gehen.

Eine weitere HDD angeschlossen, wieder die defekte HDD gebootet und nun die defekte C: Platte auf eine fabrikneue HDD wieder mit Acronis TrueImage geclont. Auch diese geclonte Platte funktionierte wieder problemlos. Während des Cloning Vorgangs wurde mehrfach ScanDisk gestartet, aber das Resultat nach ca. 5 Stunden hin und her war tadellos.
Fazit:
Ein Laufwerk, das im Begriff ist für immer das zeitliche zu segnen, kann selbst in letzter Minute noch mit Acronis TrueImage als Quelle für eine “Datenrettung” herhalten. Mehr noch als eine Rettung im klassischen Sinne, sowohl das Zurückspielen des in letzter Minute gemachten Images als auch das Clonen der defekten HDD direkt brachte ein zunächst mal funktionsfähiges System. Ein paar der Dateien waren natürlich trotzdem flöten, aber die könnte man sich durch selektive Neuinstallation der jeweiligen Anwendung oder aber durch kopieren von den InstallCDs wieder herstellen. Sehr praktisch das Ganze. Nur damit wir uns nicht missverstehen: normalerweise macht man seine Backups bevor ein Schaden an der Platte bemerkt wird und nicht hinterher.
Sehr positiv überrascht hat mich übrigens der sonst so oft kritisierte Support von Fujitsu Siemens. Eine Austauschplatte für die in meinem defekten Scaleo TA “Gamestar PC / Machine from Hell” verbaute Seagate Festplatte ist schon auf dem Weg zu mir, Vorabtausch wohlgemerkt. Man hätte auch nen Techniker geschickt, aber das war mir dann doch zu doof. Ne Platte tauschen kann ich grad noch selber. (Nachtrag. geschlagene 12 Tagen hats gedauert, bis die Platte bei mir eintraf. Das geht aber auch schneller, oder?)

Sehr negativ überrascht hat mich die Tatsache, dass es im ganzen Mediamarkt Friedrichshafen grad mal eine einzige halbvergammelte S-ATA Platte zu kaufen gab und dann wars auch noch eine Maxtor. Ich kauf gar nicht gerne Festplatten aus vergammelten, offensichtlich bereits geöffneten Kartons mit aufgerissenen TreiberCDs. Aber Zeit ist Geld und ohne Platte wollte ich auch nicht wieder heimfahren. Schlechte Vorstellung, Mediamarkt FN. So fürchterlich selten sind SATA Platten nun auch nicht mehr, hätte da eine wesentlich bessere Auswahl erwartet.

Übrigens: im MegaCompany Tettnang siehts mit S-ATA Platten auch nur minimal besser aus. Hier gabs 2-3 verschiedene SATA Platten, aber keine größer als 160 GB und dazu noch OEM/Bundle Ware ohne Retailverpackung in Antistatik Tüten ohne alles.

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