Aug 17 2007

Festplatten defragmentieren

veröffentlicht in Kategorie Computer  

Was ist das, was bringt das?
Festplatten defragmentieren ist eine effektive Möglichkeit, die Leistungsfühigkeit Ihres PCs zu dauerhaft zu erhalten und bei älteren Systemen wieder merklich zu steigern. Unser kurzer Artikel zum Thema Defragmentieren erklärt das wie und warum.

Was ist Defragmentieren?

Um diese Frage zu beantworten müssen wir zunächst mal klären, wie Dateien auf Ihrer Festplatte gespeichert werden. Stellen Sie sich einen Kreis vor.. oder besser einen Kuchen.. Nun scheiden Sie den Kuchen einfach mal in der Mitte durch.. nun haben 2 gleichgroße Teile.. oder Sektoren.. Nun scheinden wir den Kuchen nochmal durch… 4 Sektoren.. Machen wir das ganze noch ein paar hundert mal und wir haben nen ganzen Haufen einzelner Sektoren. In Wirklichkeit werden auch noch Spuren angelegt (wie die Ringe eines Baumes) aber das lassen wir mal unter den Tisch fallen.


So entsteht Fragmentierung:

Wenn wir nun eine Datei auf die Fesplatte schreiben, dann schnappt sich die Festplatte den nächsten freien Sektor und legt die Datei dort ab. Und zwar ausgehen von der Position, wo sich die Schreib/Leseköpfe der Festplatte im Moment befinden. Ist die Datei größer als der Sektor, schreibt die Festplatte erst mal den begonnen Sektor voll und sucht sich dann den nächsten erreichbaren Sektor und legt den Rest der Datei dort ab. Die Datei ist nun Fragmentiert, über mehrere nicht aufeinanderfolgende Sektoren verstreut.  Ist die Platte schon relativ voll, kann es passieren, das eine große Datei querbet über die ganze Festplatte verstreut wird. Will man die Datei nun wieder einlesen, muss die Festplatte alle diese Sektoren wieder anfahren und das kostet zeit. Nun braucht es zur Ausführung eines Programmes meistens nen ganzen Haufen Dateien, die alle irgendwo, irgendwie wild auf den Platte verteilt sind. Die Festplatte ist im Endeffekt dann die meiste Zeit damit beschäftigt von einem Sektor am einen “Ende” der Platte zum nächsten Sektor am anderen Ende der Platte zu springen, bis alle Sektoren eingelesen sind. Das ist schlecht.

Werden Dateien gelöscht, werden die Sektoren, die von den gelöschten Dateien belegt wurden, wieder freigegeben. Nun haben wir also wieder irgendwo mitten drin ein paar freie Sektoren.. Also ein paar freie Sektoren mitten in schon belegten Sektoren. Oder andersgesagt: Löcher.. 2 Sektoren belegt, dann ein freier Sektor, dann wieder 5 belegte Sektoren. Mit der Zeit ist das ein einziges Durcheinander und die Schreib/leseköpfe der Festplatte wuseln nur noch hin und her um freie Sektoren zum Abspeichern zu suchen oder die von einer Datei belegten Sektoren auszulesen, es wird mehr hinundhergefahren als tatsächlich gelesen oder geschrieben. Resultat: die Zugriffe auf die Platte werden langsamer – und weil Heutige Rechner im Prinzip ständig von der Festplatte lesen oder darauf schreiben, wird der gesamte PC mit der Zeit und zunehmender Fragmentierung immer träger.


Defragmentieren ist der Vorgang, die Dateien vernünftig auf der Festplatte anzuordnen.

Mit dem Ziel:

  1. das eine Datei möglichst nur benachbarte (aufeinanderfolgende) Sektoren belegt. Damit die Schreib/leseköpfe kontinuierlich lesen können und nicht hin und herspringen müssen
  2. Dateien, die zusammen gehören (Windows Startdateien) nahe beisammen auf der Platte angeordnet sind.
  3. Dateien, die oft verwendet werden auf den Sektoren abgelegt werden, die schneller gelesen werden können als andere Sektoren (das macht nämlich auch noch nen Unterschied)
  4. Löcher entfernen und Dateien so anordnen, das eine möglichst große Anzahl freier Sektoren benachbart sind.

Um dies zu erreichen geht eine Defragmentierungssoftware wie folgt vor:


Ablauf der Defragmentierung:

Zunächst wird die Festplatte auf Fehler geprüft. Ist alles in Ordnung und wird nun der Inhalt der Festplatte analysiert, welche Dateien sind vorhanden, welche Sektoren sind belegt und welche sind noch frei. Nun beginnt die Defragmentierungssoftware bei Sektor 1 und schafft erst mal Platz, in dem der Inhalte der ersten paar Sektoren erst mal irgendwoanders auf anderen Sektoren zwischengespeichert werden. Dann schaut erst mal, welche Datei denn am sinnvollsten da am Anfang der Platte abgelegt werden sollte. Nun sucht es sich die Sektoren zusammen, die diese Datei belegt hat und benutzt dann den frisch geschaffenen, zusammenhängenden freien Platz am Anfang der Platte um die Datei dort in einem Zug abzulegen. Auf diese Weise geht die Defragmentierungssoftware nun Sektor für Sektor, Datei für Datei durch und ordnet alles sauber und fortlaufend, so gut wie es nur geht auf benachbarten Sektoren an. Bis alle Dateien auf der Platte neu angeordnet und so die Fragmentierung entfernt und kontinuierliches Lesen ohne hin und herspringen der Schreib/Leseköpfe möglich ist. Und auf einmal ist der Rechner wieder ne ganze Ecke flotter.

Probleme der Defragmentierung:

  • Es dauert bei Festplatten, die schon gut gefüllt sind und noch nie defragmentiert wurden eine halbe Ewigkeit, bis alle Dateien neu angeordnet sind. Und zwar wirklich zig Stunden.. Je schlimmer die Fragmentierung, je voller die Platte, umso länger dauert es.. Teilweise hab ich schon Extremfälle gehabt, wo der erste Durchgang locker mal 20 Stunden gedauert hatte. Wer schon früh und regelmäßig Defragmentiert, bei dem Dauerts in der Regel nur ein paar Minuten… Viele Programme erlauben zwar das Weiterarbeiten, während man eine Platte defragmentiert, aber durch die dauernden Festplattenzugiffe für die Defragmentierung gestaltet sich das Arbeiten in der Zeit meist arg träge. Am besten über Nacht durchlaufen lassen.
  • Festplatten mit Dateifehlern werden nicht defragmentiert. Aus Sicherheitsgründen. Eine brauchbare Defrag Software wird nun dann die Defragmentierung starten und auch bis zum Schluss durchziehen, wenn die Dateistruktur in Ordnung ist. Bemerkt die Defragsoftware ein Problem, dann wird der Vorgang sofort abgebrochen. Wer also eine beschädigte Festplatte im Einsatz hat, wird keine Defragmentierung ausführen können.
  • Defragmentierung ist Schwerstarbeit für die Festplatte. Man sollte es also damit nicht übertreiben. Je nachdem, wie stark die Platte im normalen Betrieb fragmentiert, reichen 1-2 Defragvorgänge pro Woche in der Regel aus. Hat man sich für eine Defragveriante und Dateianordnung entschieden, sollte man auch dabei bleiben und nicht mal so und dann wieder anders defragmentieren. Springen Sie nicht zwischen 2 unterschiedlichen Defragprogrammen hin und her. Benutzen Sie eines und bleiben Sie dabei.

Was sind die Vorteile einer Defragmentierten Festplatte?

  • Schreib- und Lesezugriffe werden schneller ausgeführt, da Die Daten kontinuierlich eingelesen/geschrieben werden könnnen, ohne das die Leseköpfe ständig hin und herspringen müssen. Dadurch wird das ganze PC System wieder wesentlich flotter. Gerade Rechner, die schon ne Weile in Betrieb waren und starkt fragmentierte Festplatten haben kommen nach einer Defragmentierung wieder deutlich in Schwung.
  • Beim Brennen von CDs/DVDs ist es wichtig, dass die Daten gleichmäßig und in hoher Geschwindigkeit ausgelesen werden können und zwar schneller, als Ihr Brenner die Daten auf die CD brennen kann, damit der Brennvorgang auch wirklich funktioniert und nicht wegen eines “Buffer underruns” abgebrochen wird. Ein stark fragmentiertes System kann unter Umständen nicht mehr schnell genug die Daten an den Brenner liefern.
  • Sehr anspruchsvolle Spiele- oder Anwendungsprogramme greifen fast permanent auf die Festplatte zu, langsame Festplattenzugriffe verlangsamen dann auch die Ausführung Ihrer Programme, resultat: Die Frameraten sinken, die Ausführung stockt gelegentlich, Frameraten sinken.

Risiken beim Defragmentieren

Eine häufig gestellt Frage ist, ob die Defragmentierung nicht gefährlich ist, ob es zu Problemen kommen kann usw.. Generell ist zu sagen, das alle von uns angeschauten Defragprogramme zunächst erst mal nur dann starten, wenn ein vorheriger Test des Dateisystems erfolgreich war und keine im Fehler Dateisystem zu finden waren. Während der Defragmentierung werden die verschobenen Dateien auch erst dann gelöscht, wenn zuvor der Vergleich von alter und neu geschriebener defragmentierter Datei auch wirklich übereinstimmt. Dies verhindert auch Probleme, wenn während einer Defragmentierung plötzlich der Strom ausfällt oder der Rechner abstürtzt. Von solchen Situationen geht natürlich immer eine Gefahr für das Dateisystem aus. Egal ob man nun gerade defragmentiert oder nicht kann es dabei zu Problemen und beschädigten Dateien kommen. Generell ist zu sagen: wir nutzen Defrag Software seit vielen Jahren auf allen unseren PCs, ein Datenverlust durch Defragmentierungsprogramme ist und noch nicht untergekommen. Beachten sollte man sicherlich, dass die Defragmentierung Schwerstarbeit für die Festplatte ist, man sollte also die Intervalle, mit der man seine Festplatte defragmentierten lässt etwas mit Bedacht auswählen und es nicht übertreiben damit. Für ein normal als Arbeitsplatz Rechner genutztes PC System reicht eine Defragmentierung wahrscheinlich 1 mal die Woche aus.

Woher bekommt man eine Defragmentierungssoftware?

Eine sehr rudimentäre Defrag Software in allen aktuellen Windows Versionen bereits enthalten. Sie können diese Aufrufen, in dem Sie im Arbeitsplatz mit der rechten Maustaste auf ein Laufwerkssymbol klicken und dort im Reiter Extras den Defrag Knopf anklicken.

Wesentlich komfortabler, leistungsfähiger, schneller und bequemer sind jedoch die am Martk erhältlichen Defragprogramme wie z.b. das von uns empfohlen O&O Defrag 6.5 aus dem Hause O&O Software. Alternativ: Diskeeper von Executive Software. Ebenfalls sehr zu empfehlen ist Raxco Perfect Disc. Diese spezialisierten Defragprogramme können wesentlich mehr Bereiche der Festplatte defragmentieren als das Windows eigene Boardmittel und sind so in der Lage den Leistungsgewinn noch weiter zu steigern. Eine Zeitsteuerung sorgt für vollautomatische Überwachung und Defragmentierung bei Bedarf, wählbare Defragmentierungstypen passend zum Einsatzzweck Ihres PCs erlauben die Anordnung der Dateien, die für Ihren Bedarf am sinnvollsten ist.

 

Gratis Defragmentierungstools

 

Neben den in (fast) jeder Windows Version eingebauten rudimentären Defrag Funktionen welche man mit Rechtsklick auf das Laufwerkssymbol und dann per Wechsel auf den Extras Reiter findet – sowie den teuren, kostenpflichtigen Vertreter der Defrag Software, welche wir in unserem 1. Defrag Artikel erwähnt haben, gibt es auch im Freeware Bereich ein paar Tools, um Fragmentierung zu bekämpfen. Hier eine Liste an Defragsoft für “lau”. An den Komfort der Kommerzversionen kommen diese Vertreter leider nicht hin.

  1. www.sysinternals.com: PageDefrag & Contig. Keine wirkliche Komplettlösung. PageDefrag defragmentiert nur das Pagingfile (Auslagerungsdatei). Contig defragmentiert nur einzelne Dateien – dafür sind beide Programme allerdings aktuell und kostenlos als Freeware erhältlich. 
    (für NT4, 2000, XP und Windows Server 2003)
  2. Es gibt eine offiziell nicht mehr unterstützte Freeware Version von O&O Defrag. Diese kann gelegentlich noch auf großen Free-/Shareware Download Sites gefunden werden. Hier z.b der Downloadlink aus PC-Magazin.de Datatip oder alternativ ein Download Link von Freewarepage.de. (NT4/2000/XP)
  3. Vom Hersteller Executive Software haben wir eine kostenlose Lite Version von Diskeeper auf ZDNet.de gefunden. (NT4, 98, ME, 2000, XP).
  4. Vom Hersteller www.powerdefrag.com aus Kompatibilitätsgründen zurückgezogen wurde PowerDefrag 2.0 Light. Wer sucht, findet es trotzdem noch, z.b. hier SimTel Archive – aber bitte nur auf eigene Gefahr. Wenn der Hersteller das Ding zurückzieht, weils Probleme geben kann, dass hat das Wahrscheinlich einen Grund. (95/98/ME)
  5. Auslogics Disk Defrag http://www.auslogics.com/disk-defrag/index.php ist das erste uns bekannte vollwertige Defrag Tool für Windows 2000/2003/XP und Windows Vista welches kostenlos erhältlich ist
  6. Nicht kostenlos, aber sehr sehr günstig ist mst Defrag Home, für nur 9 Euro ist es direkt beim Hersteller auf der Homepage zu haben.

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