Aug 17 2007

Buffalo DriveStation Duo

veröffentlicht in Kategorie Computer  

Nachdem der Bereits ein paar Monate zurückliegende Testbericht des Netgear StorageCenters SC 101 eklatante Probleme bei diesem Modell zu Tage führte, hatte ich beschlossen, mal nochmal ein paar alternative Backup Möglichkeiten zu testen. Preislich in etwa der selben Liga spielt die DriveStation Duo aus dem Hause Buffalo, die wir nun in diesem Review mal testen und etwas unter die Lupe nehmen wollen.

Würde Buffalos DriveStation Duo 1.5TB nicht über die RAID-1 Möglichkeit verfügen, wäre sie einfach nur eine ganz gewöhnliche externe USB2.0/Firewire 400 Festplatte – wenn auch mit imposanten bis zu 1.5 Terabyte Gesamtkapazität, je nach Betriebsart. Irgendwelche sonstigen Spielereien findet man in dem doch etwas hässlichen schwarz beschichteten Metallgehäuse mit seiner Plastikfront nicht.

Die Bezeichnung DUO verdient die DriveStation DUO zum einen wegen des doppelten Interfaces USB2.0 und Firewire 400 (IEEE 1394a), zum anderen deshalb, weil 2 Platten in dem Gehäuse stecken. Als mögliche Betriebsmodi kommen in Frage RAID-1 Mirroring mit nutzbarer Kapazität von knapp 750GB, Disk Spanning (beide Platten erscheinen als 1.5TB großes Volumen), oder JBOD (2 einzelne 750 GB Platten nutzbar). Der Firewire Anschluss ist doppelt vorhanden, einmal als 4-Pin und einmal als 6-Pin. Ein USB und ein Firewire Kabel wird mitgeliefert.

Im Innern werkeln 2 SATA 7200RPM 750GB 2MB Cache Festplatten, die auf gut zugänglichen – aber proprietären – Wechselschienen montiert sind. Die Festplatten können bei Bedarf selbst getauscht werden, anders lautende Gerüchte im Internet, man könne und dürfe die Platten nicht selber tauschen, sind definitiv falsch – eine Anleitung zum Tausch der Platten findet sich höchst offiziell auch auf der Buffalo Homepage – zumindest auf der wesentlich besseren US Homepage.

Entsprechenden Ersatzfestplatten kann man im Fachhandel allerdings nur zu exorbitanten Preisen bestellen. Die Anschaffung einer neuen DriveStation DUO 1.5TB ist mit ca. 500 Euro nur unwesentlich teurer als der Ersatz einer einzelnen darin verbauten 750GB Festplatte, für die knappe 400 Euro gelöhnt werden müssen. Als Alternative kann man die DriveStation auch einfach nur an den Buffalo Kundendienst zurücksenden, falls es einmal zu Problemen kommen sollte, aber ob das außerhalb der Garantiezeit wirklich billiger sein wird? Ob und wie die DriveStation mit Platten anderer Hersteller umgehen kann, konnten wir derzeit noch nicht klären.

Ein kleiner Lüfter sorgt kaum hörbar für frische Luft im Gehäuse, welches sich durch eingebautes internes Netzteil und die Platten innerhalb einer Stunde Vollast auf etwa „lauwarm“ erwärmt. Das Laufgeräusch des kleinen Lüfters wird locker vom Rattern der Festplatten während der Zugriffe übertönt. Insgesamt empfinden wir die DriveStation als akzeptabel leise. Wie leise der Lüfter auch über längere Zeit nach mehreren Monaten hinweg bleibt, wird sich erst noch zeigen müssen.

An der Frontseite verfügt die DriveStation über POWER und HDD Aktivitäts-LEDs. Rückseitig befindet sich ein Netzschalter, die Anschlussbuchsen, der Stromanschluss (ein handelsübliches schlankes Eurokabel) sowie ein kleiner Schalter, mit dem Manuelles Ein-/Ausschalten oder automatisches Ein-/Ausschalten durch den angeschlossenen PC gewählt werden kann. Sprich im AUTO Modus schaltet sich die DriveStation an, wenn der PC eingeschalten wird und sie schaltet sich mit dem PC auch wieder aus. Den Betriebsmodus setzt man in Windows mit Hilfe eines zumindest unter Vista 32bit etwas fehlerbehafteten kleinen Utilities von der mitgelieferten CD, welches auch als MAC Version vorhanden ist.

Unter Vista gelang es uns zwar, den Betriebsmodus zu ändern, aber danach verabschiedete sich die Software im Nirwana („Reagiert nicht“), so dass wir den Vorgang dann nach 3 Stunden Warten abgebrochen und mit Hilfe der Windows Datenträgerverwaltung dann fertiggestellt hatten. (Laufwerk initialisieren und NTFS formatieren). Zum Glück setzt man den Modus meist nur 1 Mal im Leben einer DriveStation, von daher ist das gerade noch zu verschmerzen. Daß man nach dem erfolgreichen Umschalten des Betriebsmodus das Utility nicht mehr benötigt, hilft uns ebenfalls über den Patzer hinweg zu sehen. Ab Werk kommt die DriveStation übrigens im JBOD Modus, FAT formatiert. Da wir deutlich über 4GB große Einzeldateien speichern wollen, ist eine Neuformatierung im NTFS Format für uns sowieso Pflicht. Die DriveStation benötigt keine sonstigen Treiber etc. sondern funktioniert prima mit den Win/Mac eigenen Treibern für externe USB/FW HDDs.

Mitgeliefert im Paket der DriveStation DUO wird wie schon gesagt jeweils ein 1 USB und 1 Firewirekabel, ein Stromkabel („flacher Stecker“), ein Faltblatt als deutsches Handbuch, eine CD-ROM mit Raid Utility zum Umschalten des Betriebsmodus, einer Software zum Verschlüsseln von Dateien und Verzeichnisse, sowie eine Lizenz des ganz brauchbaren MEMEO AutoBackup.

 

Geschwindigkeitstests

Alles getestet unter Windows Vista 32 „pre-Patch“ per Firewire auf die als RAID-1 konfigurierte DriveStation: Eine einzelne 40MB MP4 Datei kopiert Vista über Firewire in unter 10 Sekunden. Das Arbeitsverzeichnis eines kleinen Adobe Premiere Clips mit 13 Daten und 446 MB wurde in 1 Minute 20 Sekunden kopiert. Unser komplettes \WWW Verzeichnis mit ca. 65.500 Dateien und einer Gesamtgröße von 4.6 GB wurde in etwa 55 Minuten kopiert. Eine 22,1 GB große Acronis TrueImage Archivdatei wurde in ca. 1 Stunde und 3 Minuten übertragen, Durchsatz dabei bis zu 6,02 MB/Sek. Anders gesagt: kann durchgängig geschrieben werden, benötigt die DriveStation DUO bei uns etwa 2 Minuten 50 Sekunden pro Gigabyte. Und liegt damit ein deutliches Stück unter dem theoretischen Maximum von Firewire 400.

Da Microsoft gerade eben erst einen Patch zu Verbesserung der Kopiergeschwindigkeit in Vista veröffentlich hat, haben wir den exakt gleichen Test noch ein weiteres Mal nach Installation dieses Patches durchgeführt, die Ergebnisse unterscheiden sich nur unwesentlich vom vorherigen Ergebnis.

Über USB 2.0 angeschlossen stieg die Schreibgeschwindigkeit deutlich an, so erreichten wir hier Geschwindigkeiten bis 9,5 MB/sec. Genauere Tests müssen wir noch machen. Doch ist der Geschwindigkeitsvorteil in diesem ersten Test gegenüber Firewire doch sehr deutlich ausgefallen.

Fazit dieses Reviews:

Alles in allem bin ich mit der hier in diesem Testbericht ermittelten Geschwindigkeit des Laufwerkes zufrieden – auch wenn dieser Test nicht sonderlich repräsentativ ist und nur die Situation an diesem einen PC wiederspiegelt. Aber selbst so ein Mini Test zeigt schonmal eines: Es geht auch anders als die schnarchlangsamen Performance des leider sehr fehleranfälligen Netgear Storage Center SC-101. Von der maximalen möglichen Performance oder der Performance per IDE/(e)-SATA angeschlossener Platten sind wir auch weiterhin meilenweit entfernt.

Eine etwas höhere Geschwindigkeit würde man ohne den RAID Verbund noch erzielen. Eine deutliche Geschwindigkeitssteigerung und noch mehr Betriebsmodi würde der Griff zum großen Bruder DriveStation „Quattro“ bringen, welches über eSata nebst passendem PCI Controller ausgeliefert wird. Die kleineren Modelle DriveStation und DriveStation Combo verzichten auf die RAID Möglichkeit, die für uns allerdings als Auswahlkriterium wichtig war.

Was mir im Vergleich zur SC-101 an der DriveStaton Duo fehlt, ist die Möglichkeit des Zugriffs übers LAN, das kann erst die große Modellreihe von Buffalo. Allerdings bleibt immer die Möglichkeit, das Laufwerk als Share in Windows einzurichten und frei zu geben.

Was uns hingegen überhaupt nicht fehlt ist das Fehlen proprietärer Treiber, die Tatsache das wir keinerlei verlorene oder korrupte Dateien nach dem Kopieren zu beklagen haben – die DriveStation funktioniert problemlos auch mit Dateien weitaus größer als ein paar MB – und die spürbar höhere Geschwindkeit der DriveStation DUO will ich auch nicht mehr missen. So kann die DriveStation auch problemlos als Ziel für ein Backup Image mit Acronis TrueImage genutzt werden, was uns mit der SC101 nie gelang.

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