Jan 03 2007

Netgear StorageCenter SC-101

veröffentlicht in Kategorie Computer  

Was hat sich Netgear denn blos mit dem StorageCenter SC 101 gedacht? Im Prinzip bzw. auf dem Papier hört sich der wegen des ungewöhnlichen Äußeren (und der Hitzeentwicklung) scherzhaft auch DatenToaster genannte Kasten ja ganz nett an. In der Praxis happerts doch an so ein paar Ecken.

Geliefert werden neben einer Treiberdiskette, einem kurzen LAN Kabel und Netzteil das leere Gehäuse, in das 1 oder 2 handelsübliche (nicht mitgelieferte) 3,5″ parallel ATA (= “IDE”) Platten beliebiger Kapazität eingeschoben werden. Eine aktive Kühlung ist nicht vorhanden, das einzige Betriebsgeräusch ergibt sich von den eingebauten Festplatten und ist also abhängig von deren Lautstärke. Die resultierende Betriebstemperatur ist dank fehlender Lüftung vergleichsweise hoch. Höher als es mancher Festplattenhersteller empfiehlt.

Angeschlossen wird der SC101 über ein normales Ethernet Kabel an den Rest des Heimnetzwerkes, das zwingend über einen aktiven DHCP Server (z.b. im Router eingebaut) verfügen muss, sonst geht es nicht. Der Toaster Kiste bedient sich recht grosszügig mit IP Adressen, je nach Anzahl von Festplatten und erstellten Partitionen. Unsere Konfiguration belegt 6 IP Adressen. Eine manuelle Zuweisung der IP Adressen ist nicht möglich, darum ist DHCP unverzichtbar.

Ist die Kiste erst mal angeschlossen, muss mit ein Spezial Treiber auf jedem PC installiert werden, der direkten Zugriff auf die Platten haben soll. Windows Vista Treiber sucht man übrigens vergeblich, gibts (noch) keine. Netgear verspricht Vista Treiber im 1. Halbjahr 2007. Nachtrag: Netgear verspricht nun Vista Treiber im 3. Quartal 2007. Nachtrag: Vista Treiber sind mit einem 3/4 Jahr Verspätung nun eingetrudelt, testen wollte ich die nicht mehr, das Ding ist inzwischen ausrangiert. Die Partionionen können auf einem PC, der über den Treiber verfügt, auch für andere Geräte im Netz freigegeben werden, so dass ein Zugriff z.b. mit Vista auch jetzt schon über den Umweg eines anderen PCs z.b. XP PCs möglich ist, welcher die Platten des SC-101 freigibt. Das ganze funktioniert auch innerhalb einer VirtualPC 2007 Session.

Erst mal angeschlossen und die Treiber installiert, wird die Platte in einem Spezialformat formatiert, eine im Netgear StorageCenter benutzte Platte kann daher mit nichts anderem mehr ausgelesen werden (formatieren, dann geht es wieder, nur wären dann alle Daten weg). Das heißt auch, dass bei einem Defekt der SC101 selber erst dann wieder auf die Daten der Platten zugegriffen werden kann, wenn man wieder eine neue SC-101 gekauft hat. Nach der Formatierung in Netgears Spezialformat kann beliebig über das Verwaltungstool von der InstallationsCD partitioniert werden, dies geht recht komfortabel und bietet Sicherheitsfunktionen wie Passwortschutz für einzelne Partionen. Hat man 2 Platten in den Datentoaster gesteckt, kann auf Wunsch ein RAID 1 Verbund auf einzelne Partitionen aktiviert werden, was für zusätzliche Schutz vor Datenverlust sorgt. Soweit so gut.

Die Windows XP Treiber sind ansich erstmal stabil, was soviel heissen soll, dass es zu keinen Rechnerabstürzen kommt, aber trotz allem werden Daten bei der Übertragung ab und zu mal “zerstört”, sprich auf dem StorageCenter kommt eine Datei gelegentlich kaputt an. Sind die Daten mal korrekt drüben, ist meist alles OK. Ständiges Verifizieren ist also Pflicht. Bislang konnten wir da noch kein Muster erkennen, wenn diese zerstörten Dateien auftreten. Erkennen tut man es daran, dass eine Datei plötzlich zu einem leeren Verzeichnis gleichen Namens wird.

Das Kopieren mehrer Gigabyte großer Dateien (z.b. Backup Images) geht dafür in schöner Regelmäßigkeit schief, irgendwann im Kopiervorgang bleibt irgendwas stecken und nix geht mehr. Der Reboot des PCs ist dann angesagt. Als Speichermedium für Backup Images ist das Netgear StorageCenter also absolut ungeeignet.

Das größte Problem ist allerdings die saumäßige Geschwindigkeit beim Schreiben auf das StorageCenter. Das Ding ist so saumäßig langsam, das hält man im Kopf nicht aus. Von maximal nutzbaren ca. 11 Mbps bei einem normalen 100Mbps LAN, schafft das SC101 grade mal eine Schreibgeschwindigkeit von ca. 2500 KByte/sec bei Verwendung der RAID Funktion. Und ist damit die langsamste NAS die mir jemals in die Finger kam… Lesezugriff geht zwar deutlich flotter als das Schreiben, aber der Hit ist auch das nicht. Für das Streaming von Videodaten reicht es allerdings.

Das mitgelieferte Backup Programm kommt über das Level einer Shareware Lösung nicht hinaus, außerdem darf und kann es nur auf 1 PC genutzt werden. Kann man also getrost abhaken. Da prinzipiell jede andere Software genutzt werden kann, gibt es hier also genug Lösungen.

Mein Fazit: Als Dateispeicher mit RAID 1 für Dokumente und kleine Dateien durchaus brauchbar. Unzuverlässig und kreuzlahm für alles andere. Da besteht noch dringender Bedarf an Nachbesserungen seitens Netgear, so ist das Gerät nur sehr eingeschränkt empfehlenswert. Leider hat sich in Sachen Treiberupdates schon ne Weile nix mehr getan, ein Nachfolgermodell mit dem verheissungsvollen Namenszusatz “Turbo” für SATA Platten wurde inzwischen angekündigt. Netgears StorageCenter SC-101 ist als absolute Low-End SAN Lösung zu verstehen, die Ihren Job im beschriebenen Rahmen leidlich erfüllt. Das Ding ist halt, es ist sehr sehr billig: Raid 1 fähiges Netzwerk-Laufwerke gibt es erstens nicht viele und für knapp 119,- Euro (plus Festplattenkosten) ist nichts anderes zu bekommen. Die nächst “teurere” Lösung wären wohl die Netzwerkplatten aus dem Hause Buffalo.

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One Response to “Netgear StorageCenter SC-101”

  1. […] 500 trotz allem das zweit langsamste NAS Gerät, das mir jemals unter die Finger gekommen ist. (Netgears StorageCenter SC101 Test hier war langsamer und dazu noch […]

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